Gemeinde Seefeld in Obb.




Letzte Änderung:01.08.2010



Seefeld früher

Unser Dorf oder bei uns dahoam

Wo's Toerring-Schloß®, so schee und stolz,
wiara Burg hoch am Felsen drom steht,
wo die Eichenallee mit ihr'm uroidn Holz,
durch's herrliche Aubachtal geht;
wo's - wia sonst nirgends auf unsara Welt,
is aso g'mütlich, grüabig und schee,
in dera Gegnd, da san mia dahoam,
's Stuck Paradeis mit 'm Pilsensee.

Scho weit über dausad Jahr is jetzt oid -
unsa Dorf - und doch jung allerwei,
es ändert si vui, mit de Jahr und der Zeit,
doch de Leit da - und mia - bleibm uns treu;
ned so ganz laut und aa ned so ganz staad,
de Musik und an G'sang hamma gern,
ned grad überlustig, doch aa ned faad,
und vo innen raus da - a ganz guade Kern.

Als Bauern und Leit' aus'm Handwerkerstand,
ham mia und bei heit aso g'hoitn;
und allerwei fest stehn mia zuaanand,
so - wia si's uns g'lernt habm - de Oidn.
Ned dreiß'g Jahr Kriag ham uns sel zerstört,
und erscht recht ned de ,,dausad Jahr Größ'``,
mia hamma no nia auf de G'fozadn g'hört,
dee kriagn bei uns glei koide Füaß.

Wenn a unsere Bauern was Anders heit dearn
und beim Handwerk, da laaft's ned so sehr,
wenn a Küah und d'Säu immer weniger wearn,
de Leit bei uns wearn immer mehr;
daß Alle g'fallt da, dess soll aso sein,
kaum an schöneren Fleck gibt's, dess is g'wies,
wer nur meckert und wem's da zu eng is und klein,
der soll z'ruckgeh' dahin, wo er herkemma is!

Horst G. Lichtenberg
Seefeld, den 21.05.1989

Schloss Seefeld®

Die Törringer saßen zwar nie auf Bayerns Thron, waren aber meist nicht weit davon zu finden. Über 600 Jahre lang beeinflußten sie zahllose politische Entscheidungen. Sie hatten ihre Heimat im Chiemgau und begannen in der Mitte des 12. Jahrhunderts ihren Aufstieg als unfreie Dienstleute mächtigerer Herren, der Grafen von Kraiburg-Ortenburg und später der Erzbischöfe von Salzburg. 1328 erhob der Erzbischof ihren Sitz Törring zur ältesten weltlichen Hofmark in Salzburg. Am herzoglichen Hof zu Landshut gelangten sie zu Ämter und Reichtum und zählten schon 1369 zu den bedeutendsten niederbayerischen Landsassen. 1302 wurde Schloß Seefeld® als die Feste Schloßberg zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Während der Barockzeit entfaltete sich eine rege Bautätigkeit. Die Mehrzahl der Gebäude erhielt in dieser Zeit ihr Aussehen. Um 1730 war dann Generalfeldmarschall Graf Ignaz Felix von Törring-Jettenbach der einflußreichste Mann am Münchner Hof. Unter Kurfürst Max Emanuel und dessen Sohn Karl Albrecht war er zum höchsten militärischen Rang aufgestiegen.

1886 wurde Clemens Graf zu Törring-Jettenbach in jene Kommission berufen, die den entmündigten König Ludwig II. in Neuschwanstein abholen sollte. Nach Graf Clemens‘ Tod im Jahr 1891 trat sein Sohn Hans Veit III. als einziger männlicher Sproß des Geschlechts die Nachfolge an. Seine Romanze mit Sophie, der Herzogin in Bayern, gipfelte 1898 in einer prächtigen Hochzeit auf Schloß Seefeld. Selbstbewußt lehnte er dabei das Angebot ab, in den Fürstenstand erhoben zu werden. Seine Söhne gründeten schließlich die zwei neuen, noch blühenden Linien, die mittlerweile durch die beiden Enkel Graf Hans Veit zu Toerring-Jettenbach und Graf Hans Caspar zu Toerring-Jettenbach geführt werden.

In den letzten zehn Jahren unternahm Graf Hans Caspar zu Törring-Jettenbach als Eigentümer von Schloß Seefeld® große finanzielle Anstrengungen, um die umfangreiche und mit zahlreichen Gebäuden versehene Anlage zu sanieren. Inzwischen beherbergt Schloß Seefeld viele Firmen, Handwerker und Gewerbetreibende. Auch haben sich mehrere Künstler auf dem Areal niedergelassen und tragen zusammen mit dem prämierten Breitwandkino, dem Museum und dem für Veranstaltungen genutzten Sudhaussaal zur gelungenen Verbindung zwischen Kunst und Kommerz bei.

Bilderbuch

 

Die alte Kastanienallee von Güntering nach Seefeld, Postkarte um 1940, Repro: Arno Berleb
Kirchenstraße  in Öl von Alfons Burkes 1965,  19 x 25 cm  o.R., Privatbesitz, Foto Arno Berleb
Die Bäckerei Gaßner in Oberalting liefert bis nach dem 2. Weltkrieg ihre Produkte mit diesem Pferdegespann in die Nachbargemeinden aus.      Foto Helene Gaßner
Das Strandbad Seefeld am Pilsensee um 1935
Kgl. Bayerischer Postschlitten, davor Anna Westermayr aus Erling, später verheiratet mit Hubert Steinherr aus Hechendorf. Foto:Schröder, Herrsching um 1918
Der Bahnhof Seefeld-Hechendorf  feiert 1953 sein 50 jähriges Bestehen.
Der Bahnhof  Seefeld-Hechendorf, Postkarte um  1930

 



 
Wetter